Am Samstag Nachmittag (07.12.) säuberte eine Burladinger Bürgerin ihren Hof vom Schnee. Dabei verlor sie kurzzeitig ihren Hund aus den Augen, der auf einem direkt beim Wohnhaus beginnenden Weg ein Stück in den Wald hinein schnüffelte. Auf ihr Rufen erfolgte keine Reaktion. Als sie ins Haus ging, um ihrem Mann zu sagen, er solle nach dem Hund schauen, sah sie durchs Fenster den örtlichen Jagdausübungsberechtigten an ihrem Haus vorbei fahren. Am Heck des Jägerwagens war ihr Hund angebunden und wurde so am Haus vorbeigezogen. Obwohl dem Jäger bekannt ist, wohin der Hund gehört, hielt er nicht an, sondern fuhr weiter. Geistesgegenwärtig folgte die Hundehalterin mit ihrem Wagen dem zunächst langsam fahrenden Jäger und versuchte ihn per Hupe/Lichthupe zu stoppen. Als dieser sie bemerkte, erhöhte er das Tempo, so dass der Hund das Gleichgewicht verlor und nunmehr mitgeschleift wurde. Auch als die Besitzerin sich neben das Jägerfahrzeug setzte, hielt dieser nicht an. Erst als ein beherzter Anwohner dem Tierschinder vor das Auto sprang, musste dieser anhalten. Ansonsten hätte er den Hund vermutlich zu Tode geschleift.

Der Jäger, der sein Handeln damit begründete, dass er einen Jagdschein besitze, gab an, er habe den Hund zur Burladinger Polizeistation bringen wollen. Im Kofferraum sei kein Platz gewesen, weil sich dort sein Hund befand. Angesichts der bekannten Tatsache, dass die Burladinger Polizeistation samstags gar nicht besetzt ist, drängt sich eher der Verdacht auf, dass der Jäger den Hund in einen abgelegenen Bereich seines Jagdreviers verbringen wollte, um so behaupten zu können, er habe ihn dort beim Wildern ertappt.

Am Tag nach dem Vorfall kamen Angehörige des Jägers ans Haus der Hundebesitzer und behaupteten tatsächlich, der Hund sei ja ein Jagdhund und habe zwei Rehe gerissen, was man beweisen könne.  Man hätte ihn erschießen können, aber man sei ja nicht so, da man selber einen Hund besitze.  Ob ein zu Tode Schleifen allerdings besser ist, als gleich zu erschießen, diese Überlegung kam ihnen bei ihrem plumpen Einschüchterungsversuch, bei welchem sie nicht ein Wort des Bedauerns äußerten, nicht in den Sinn.

Der Hund, ein gemütlicher 9 jähriger Golden Retriever, der absolut zutraulich und gutmütig ist, und außer gelegentlichen kurzen Schnüffeltouren auf besagtem Waldweg (auch ein viel begangener Hundespazierweg) im direkten Umkreis des Hauses (Waldrandlage) keinerlei selbständige Aktivitäten entwickelt, musste mit einem schweren Schock in eine Tierarztpraxis gebracht werden. Durch das Mitschleifen erlitt das Tier an sämtlichen Gliedmaßen, im Schulter- und Oberschenkelbereich sowie am Unterkiefer zum Teil schwere, bis auf die Knochen gehende, Verletzungen, die in einer mehr als zweistündigen Operation versorgt werden mussten.

Der Tierschutzverein Zollernalbkreis e.V. protestiert mit Nachdruck gegen diese übelste Tierquälerei durch einen Jäger. Wir erwarten neben juristischen Konsequenzen insbesondere auch eine klare und deutliche Vorgehensweise der Kreisjägervereinigung sowie der Jagdaufsichtsbehörden. Wir wenden uns  zwar  gegen eine pauschale Verunglimpfung der gesamten Jägerschaft,  können aber einen Jäger nicht tolerieren, der ganz offensichtlich der Verantwortung als Jagdscheininhaber in keiner Weise gewachsen ist, und seit Jahren durch ständige Belästigungen und Einschüchterungen von Hundehaltern auffällig geworden ist.

Wir distanzieren uns aber auch von den überzogenen und verantwortungslosen  „Lynchjustizbeiträgen“, die bei facebook durch unbedachten Aktionismus losgetreten wurden.  Dem gequälten Hund und seinen Besitzern wird dadurch nicht geholfen, dass man sich auf eine Stufe mit dem Übeltäter stellt!

Dieser ist natürlich mit allen  Mitteln unseres Rechtsstaates zur Verantwortung zu ziehen, wofür der betroffene Hundehalter auch sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen wird.

Hierbei steht ihm der Tierschutzverein Zollernalbkreis e.V. bereits mit Rat und Tat zur Seite.

Mitgliedschaften

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Baden-Württemberg