Liebe Senta, kleine Maus,

leider bist du von uns gegangen und der Schmerz sitzt tief. Wir haben sehr viel gemeinsam durchgemacht. Wir waren viel im Urlaub und unterwegs. Es gab gute und schlechte Tage.

Ich weiß noch am ersten Tag ,als ich im Tierheim war und mich für einen Patenhund interessiert habe, wurden mir drei Hunde gezeigt. Bei zwei Hunden hieß es: „Die mögen keine Männer“. Als wir bei dir angekommen sind, saßt du gemeinsam mit dem Sammy draußen. Ich habe gefragt: „Und was ist mir ihr?“ Die Antwort: „Senta mag von gar keinem angefasst werden. Das macht keinen Unterschied ob Männlich oder Weiblich.“ Aber du hast mich so süß mit den Augen angeschaut, da hab ich mir gedacht: Ach was soll’s 🙂 Und so wurde ich deine Patentante. Ich bin regelmäßig zu dir gekommen um mit dir Gassi zu gehen. Weißt du noch wie man am Anfang bei dir versucht hat dein Halsband und die Leine drum zu machen? Du warst da ganz schön sauer. Beim ersten Gassi gehen bist du jedes Mal vor unseren Füßen gelaufen weil du umdrehen wolltest. Du warst halt richtig clever. Nach den ersten Monaten hast du dich dann richtig gefreut mich zu sehen und bist auf mich zu gerannt gekommen. Ich hab mich jedes Mal gefreut. Dann kam der große Durchbruch. Ich habe mir einen langen Stock gesucht und dir damit immer über den Rücken gestreichelt um zu schauen ob du schnappst oder nicht. Als du nicht reagiert hast, habe ich mir gedacht: „Augen zu und durch“. Und siehe da, ich konnte dich anfassen. Eine Weile später haben wir dann zusammen im Garten im Tierheim gespielt, rumgealbert und ich hab dir sogar spielerisch ins Maul fassen können. Das hat sogar die Mitarbeiter erstaunt. Weißt du noch als du dann immer mit in den Urlaub gefahren bist? Du hast selbst unsere Familien überzeugt, das nicht alle Hunde stürmisch und böse sind 🙂 In unserer alten Wohnung hast du immer die Treppe bewacht, saßt mit in der Küche und hast Herrchen beim Kochen zugesehen (klar, da gab es ja immer den einen oder anderen Happen, wenn man brav Sitz gemacht hat) und du hast dir am ersten Tag die Couch reserviert. Die du leider aufgeben musstest, weil du dein Herrchen gezwackt hast. Aber war nicht weiter schlimm, du hattest dann deinen Platz neben den Meerschweinchen. Ich weiß noch wie du dich dann immer gekonnt vor den Fernseher gesetzt hast, wenn wir gegessen haben in der Hoffnung das du auch was bekommst :).

Dann hast du unseren Vermieter überzeugt, als wir uns eine neue Wohnung ausgesucht hatten und dann bist du ja nach einem Jahr Patenschaft, Ostern, bei uns eingezogen. In der Nacht hast du mit Herrchen um die Wette geschnarcht. Wenn er geschnarcht hat, hast du Luft geholt und wenn du geschnarcht hat, er. Das war dann für Frauchen ein Dauerschnarchen. Und jedes Mal wenn du aufgestanden bist, hat man das typische „Klak, Klak“ von deinen Pfoten gehört. Wir waren immer viel Wandern, haben lange Ausflüge gemacht und in der Wohnung rumgealbert. Die Erziehung habe ja meistens ich übernommen während du mit deinem Herrchen gespielt und gekuschelt hast. Und von ihm konnte man ja immer so toll Futter erbetteln. Einfach ein bisschen lieb geguckt und schon kam was vom Tisch 🙂 Auch wenn Frauchen das gar nicht toll fand. Weißt du noch als dein Herrchen sich erschrocken hat, als er einmal nach Hause kam und du mit kurz geschorenem Fell vor ihm standst? Er dachte es wäre ein neuer Hund, er hat dich gar nicht gleich erkannt. Ich hatte ja eine Allergie wegen deinem langen Fell bekommen. Und da war der Hundefriseur die einfachste Lösung, auch wenn du mich dafür wahrscheinlich gehasst hast.

Wenn der Postbote mit deinem Futter kam hast du ihn kräftigst angeknurrt oder auch mal gebellt 🙂 Wenn jemand Fremdes in der Wohnung war hast du ihn ebenfalls angeknurrt. Du warst halt einfach unser kleiner Wachhund. Katzen konntest du sehr gut leiden, ist ja verständlich die sind immer vor dir weggerannt, damit du ihnen hinterher springen konntest 🙂 Weißt du noch wie wir morgens immer zusammen auf die Wiese gerannt sind? Und wenn wir dann Fange gespielt haben bist du immer wie eine Angestochene los gerannt. Zu Hause hast du dich immer hingelegt und hast geschlafen, oder du bist zu uns gekommen um gestreichelt zu werden. Du bist so verschmust und anhänglich geworden, das hätte niemand gedacht. Ich konnte dich ohne Leine überall laufen lassen, du bist einfach immer hinterher getrottet. Weißt du noch wie die Leute zu uns kamen und meinten: „Och, ist die süß. Und was für eine Liebe“. Dann wollten die dich immer anfassen und Frauchen und Herrchen mussten aufpassen das keine Finger in deinem Maul verschwanden. Am Ende hast du dich sogar von einigen Frauen anfassen lassen. Aber weißt du noch was für eine Angst du vor anderen Hunden hattest? Da hast du dich immer Schutz suchend hinter uns versteckt. Und wir mussten dich verteidigen 🙂 Aber wir haben dich sehr lieb. Wenn Herrchen mal eine lange Zeit weg war und er nach Hause gekommen ist, dann gab es für dich nichts Schöneres. Da hast du nur auf ihn gehört, hast dein Futter ordentlich gefressen und bist ihm überall hin gefolgt. Und jedes Mal wenn er gegangen ist, warst du traurig und hast erst nach Tagen dich beruhigt. Da konnte Frauchen sich noch so sehr bemühen. Und wenn Frauchen weg war, war es genauso schlimm. Ich weiß noch wie Herrchen dann immer am Telefon meinte: „Die hat mal wieder gar nicht gehört“ 🙂 Und dann haben wir den Lautsprecher angemacht und haben so „geredet“. Du warst auch immer auf unserer Seite. Im Urlaub, wo wir uns so über den Vermieter aufgeregt haben, hast du einfach einen riesen Haufen vor die Rezeption gesetzt, bevor wir gefahren sind. Und das hast du immer im passenden Moment gemacht 🙂 Du sahst so goldig aus, wenn du deinen riesigen Knochen von Matze bekommen hast du ihn ganz vorsichtig in dein Körbchen geschleppt hast um ihn dort zu zerkleinern. Leckerlies hast du auch immer ganz vorsichtig aus unserer Hand genommen und du hast sie super gerne in deinem Körbchen gesucht 🙂 Im Winter mochtest du es gar nicht Gassi zu gehen. Da hast du die Routen immer wieder abgekürzt und Frauchen hat sich jedes Mal grün und blau geärgert 🙂 Im nächsten Moment bist du dann aber immer mit deinem ganzen Kopf durch den Schnee gerobbt. Im Sommer hast du dich bei uns zu Hause immer auf den Rasen gelegt, die Sonnenstrahlen genossen und bist mit dem Kopf durch den Rasen gerobbt. Du sahst einfach nur süß aus und warst der liebste Hund überhaubt.

Süße, die Zeiten mit dir waren einmalig und wir werden sie nie vergessen.

Leider warst du oft krank. Am Anfang war es laufend Durchfall, bis wir herausgefunden haben, welches Futter du gut verträgst. Dann hattest du mit dem Kreislauf Probleme bekommen, das hatte sich dann auch wieder geleget. Und dann kam leider die Zeit in der es rapide mit dir Bergab ging. Das war die schlimmste Zeit überhaupt. Du konntest dich kaum noch auf den Beinen halten. Hast keine Lust mehr auf Gassi gehen gehabt, Knubbel haben sich gebildet und dann hast du angefangen alles auszuspucken was du getrunken oder gefressen hast. Nach der ersten Infusion habe ich dich noch mit Babybrei und Löffel gefüttert. Das sah so süß aus wie du den Löffel abgeschleckt hast. Leider hat es alles nichts mehr geholfen. Du hattest hohes Fieber und alle Spritzen die deinen Magen oder Darm frei machen sollten haben nicht geholfen. Es war sehr schlimm als du am Sonntag, am 12.12.2010 am letzten Tag aufstehen wolltest und wir dich kaum auf die Beine bekommen haben. Du bist nach draußen gegangen und ziellos umher gewandert. Wir haben dich wieder rein getragen. Dann wolltest du nochmal aufstehen und dann bist du in Wohnzimmer gegangen und hast dich zwischen Fernseher und Couch gezwängt. Dann bist du umgekippt. An deinem Blick haben wir gesehen das du nicht mehr kannst. Am Morgen hattest du noch eine Infusion bekommen. Es hat alles nicht mehr geholfen. Wir sind zum Tierarzt gefahren und du bist in unseren Armen eingeschlafen. Wir lieben dich Senta und du wirst immer in unserem Herzen sein und irgendwann sehen wir uns wieder. Die Zeit ohne dich ist hart und wir denken oft an dich, wenn wir irgendwo sind wo du mit warst oder wenn die Roxy irgendetwas macht.

Wir hoffen das du jetzt ohne Schmerzen wieder wie früher herum tollst und glücklich bist und das du bei uns eine schöne Zeit hattest. Wir werden dich nie vergessen. Du bist immer etwas Besonderes für uns.

In ewiger Liebe

deine Karin und dein Matze

Mitgliedschaften

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Baden-Württemberg