Update 08.04.2018

Unser Katzenopa Charly ist heute Nacht für immer eingeschlafen. Der kleine Kerl hat so tapfer gekämpft und wollte leben. Leider waren die Organe (besonders die Niere) durch die lange Zeit der Vernachlässigung wohl so stark geschädigt, dass er trotz starken Willens den Kampf verloren hat. Wir sind froh, dass der liebe Charly noch ein paar schöne Wochen in einem richtigen Zuhause verbringen durfte. Mach es gut kleiner Kämpfer!

 

Anfang Februar erhielten wir einen Anruf aus Hechingen. Ein völlig abgemagerter Kater suchte verzweifelt Unterschlupf bei einem jungen Paar. Ganz offensichtlich war er schon lange auf sich gestellt und mit den Kräften am Ende. Die Beiden zögerten zum Glück nicht und riefen bei uns an. Als wir die Transportbox öffneten, bot sich uns ein Bild des Jammers. Der arme Kater war nur noch Haut und Knochen, das Zahnfleisch entzündet und voller offener eiternder Wunden und er stank erbärmlich. Er konnte nicht mal mehr sein Mäulchen schließen, geschweige denn Nahrung zu sich nehmen. Hätte das Paar nicht genau richtig gehandelt, wäre er nach kurzer Zeit elendig verhungert. Doch Opa Charly, wie wir ihm genannt haben, ist ein Kämpfer. Erstmal wurde er mit Infusionen und Flüssignahrung einigermaßen stabilisiert. Dann musste er wohl oder übel dem Risiko einer Narkose ausgesetzt werden. Der Anblick der sich uns bot, war nichts für schwache Nerven. Ein Zahn kam uns schon entgegen, es gab jede Menge entzündetes oder abgestorbenes Gewebe um tiefe Gewebslöcher, der Unterkieferknochen lag blank und er hatte jede Menge dicken Zahnstein. Die größte Hürde war jedoch, die Narkose zu überstehen. Charly ging es danach richtig schlecht, denn seine beiden Nieren sind stark geschädigt, auch die Leber dürfte nicht mehr reibungslos arbeiten, so dass die „Entgiftung“ und Ausscheidung erheblich gestört war.

Wir hatten große Sorge, ob er sich wieder erholt. Die Kolleginnen, die gerade frei hatte, nahmen ihn im Wechsel mit zu sich nach Hause, um sich intensiv um ihm zu kümmern. Infusionen und homöopathische Ausleitung mussten verabreicht werden. Er wurde zunächst weiter zwangsernährt, da er noch immer nicht alleine fressen konnte. Er versuchte es immer wieder, das zeigte uns, dass er nicht bereit war aufzugeben. Also waren wir es auch nicht. Die Mühe zahlte sich aus. Schritt für Schritt ging es bergauf. Selbst den zweiten notwendigen Eingriff unter Narkose packte das zähe alte Kerlchen. Er schlich sich in die Herzen aller Mitarbeiter mir seinem Kampfgeist und seiner lieben und anhänglichen Art. Denn neben der notwendigen Versorgung standen ganz viele Schmuseeinheiten an erster Stelle. Sobald man sich zu ihm setzte, kringelte sich Charly schnurrend auf dem Schoß zusammen und genoss sichtlich die Zuwendung. Bald nach dem zweiten Eingriff konnte er endlich wieder selbstständig essen. Doch wie es sich für eine richtige Katze gehört, ist man natürlich sehr mäkelig und wählerisch. Nicht jedes Essen ist gut genug, da kann man noch so Hunger haben. Nach einigen Versuchen stellte sich heraus, dass Thunfisch beim Opi hoch im Kurs steht. Da konnte man sogar das in seinen Augen wenig schmackhafte Aufbaufutter mit rein schummeln. Es war für uns eine Freude zu sehen, wie sich der Zustand von Charly jeden Tag ein bisschen besserte.

Nun fehlte zu seinem Glück nur noch ein Zuhause, wo er seinen Lebensabend verbringen kann. Da machten wir uns keine allzu großen Hoffnungen, erfahrungsgemäß haben solche Kandidaten ja die schlechtesten Chancen auf Vermittlung. Doch das Schicksal meinte es zunächst gut mit unserem kleinen Kämpfer. Nach zwei Wochen kam ein junges Paar zu uns, auf der Suche nach einer „Handicapkatze“. Ruhig sollte sie sein und eine Wohnungskatze, als Kumpel für eine Ataxie-Katze. Wir stellten ihnen Charly vor, der die Beiden im Handumdrehen um die Pfote wickelte. Bald durfte er ausziehen. Wie freuten wir uns, dass sich Menschen gefunden hatten, die ihm noch eine, wenn vielleicht auch kurze Zeit der Fürsorge und Liebe schenken. Doch leider platzte der Traum schon nach zwei Tagen. Die erste Katze kam mit Charlys Einzug überhaupt nicht klar und rasch gaben die beiden Helfer entnervt auf.

Unsere Kollegin Nathalie hat dann nicht lange überlegt und ihrem Mann kurzer Hand davon überzeugt – Charlie muss bei uns einziehen. Er hat sich toll eingelebt und findet seinen Platz auf dem Sofa klasse.

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Schweren Herzens mussten wir uns heute von unserem Basco verabschieden. Heute wurde in der Tierklinik fortgeschrittener Knochenkrebs diagnostiziert und Basco wurde erlöst. Alles Gute Schatz !!!

 

 

Name: Basco

Rasse: Rottweiler

Alter: 2008 geb.

Geschlecht: Rüde, kastriert

Eigenschaften: Bei fremden Personen ist Basco anfangs etwas unsicher und misstrauisch, diese Unsicherheit verliert er aber mit ein paar Leckerlis recht schnell 😉 Das Zusammenleben mit kleinen Kindern und Katzen kennt er nicht. Für Basco suchen wir erfahrene Leute.

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Unser Bodo musste am 17.02.2017 von einem schweren Nierenleiden erlöst werden.

Wenn ihr mich sucht,

sucht in euren Herzen,

habe ich dort eine Bleibe gefunden,

lebe ich in euch weiter.

Rainer Maria Rilke

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Wir mussten uns leider für immer von unserer Karam verabschieden, der Knochenkrebs war einfach zu weit fortgeschritten. Unsere liebe Maus durfte in den Armen ihrer Tierpfleger einschlafen und bekommt ein schönes kleines Grab bei ihrer Patin. Mach´s gut Schatz!

 

Die Rottweiler – Dobermann – Hündin Karam ist 11 Jahre alt. Als sie damals mit ihrer Mutter Laila abgegeben wurde, konnten wir die folgenden Schwierigkeiten noch nicht ahnen. Wegen schwerer Krankheit mussten die Tiere abgegeben werden. Karams Vater, einen 12-jährigen Dobermann, nahmen wir damals nicht mit auf. Er hatte einen so großen Tumor im Gesicht, dass wir der Besitzerin zur Euthanasie bei ihrem Tierarzt rieten. Ein so kranker Hund sollte seine letzten Lebenstage nicht im Tierheim verbringen müssen.
Die Hunde lebten sich nach und nach gut bei uns ein, doch es folgten kuriose Anrufe der Besitzerin, und schnell wurde uns klar, dass es sich bei dem Abgabegrund nicht um schwere Krankheit handelte. Ein Anruf der Stadtverwaltung klärte uns darüber auf, dass den Tieren eine Maulkorb- und Leinenpflicht verordnet wurde. Die Besitzerin hatte die Hunde nicht mehr im Griff, da sie sich in ihrem Familienverband komplett verselbstständigten und es somit zu gefährlichen Unfällen kam. Karams Mutter durfte noch kurze Zeit in einem schönen Zuhause verbringen, bis sie leider wegen schwerer Krankheit von ihren Leiden erlöst werden musste. Karam hatte noch kein Glück. Sie hat von ihren Elterntieren gelernt, Kleintiere zu jagen, andere Hunde gemeinsam anzugreifen und fremde Menschen, vor allem Männer, zu meiden und abzuwehren. Inzwischen hat Karam viel gelernt, und ihr Verhalten hat sich gebessert. Unsere ehrenamtliche Helferinnen sind für sie kein Problem. Unbekannte Gesichter sind nach zwei bis drei Besuchen akzeptiert. Männern gegenüber reagiert sie immer noch kritisch. Allerdings befinden sich auch nur wenig männliche Helfer im Tierheim, da sie für die Hunde leider oft mit negativen Erlebnissen in Verbindung gebracht werden. Doch sie hat es geschafft, zu einem unserer männlichen Helfer Vertrauen aufzubauen. Am meistens freut sich Karam, wenn ihre Patentante Susanne zu Besuch kommt. Es ist vorbildlich, wie sich die Beiden miteinander beschäftigen, obwohl sie keine gemeinsamen Spaziergänge machen können, fällt ihnen immer etwas ein: Verstecken, Hundelernbrettspiele, Futtersuchspiele, Kong – Rezepte für den Hund usw., und am Ende des Tages kuscheln sie gemeinsam im Körbchen, bis Karam selig und zufrieden ist. Ja, sie ist eine sehr gelehrige und arbeitswillige Hündin, die gefordert sein will. Eine dauerhafte Vergesellschaftung mit einem anderen Hund war uns bisher nicht möglich, da sie auf Grund ihres Jagdverhaltens stark auf Spielzeug und auf Futter fixiert ist. Dies würde mit einem anderen Hund im Gehege früher oder später Probleme geben. Karam braucht dringend ein Zuhause bei sehr hundeerfahrenen Menschen, ohne kleine Kinder und andere Tiere, die ihr mit viel Liebe und Geduld zeigen, wie schön ein Hundeleben sein kann.

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Mein Name ist Lenny. Ich bin ein 7-jähriger
Schäferhundrüde.
Von meiner Vorgeschichte ist dem Tierheim nicht vielbekannt, doch seit ich hier bin, haben sie einige Dinge über mich in Erfahrung gebracht. In meiner Vergangenheit habe ich mehrmals den Besitzer- “Herren“ wechseln müssen. Einige Bekannte meiner „Herren“ sind dem Tierheim hier sehr gut bekannt für auffällig schlechte Hundehaltungen.
Tagsüber war ich meist allein in der Wohnung. Abends kamen dann genug Menschen, doch diese beschäftigten sich nicht sinnvoll mit mir, sondern betranken sich lieber bis in die frühen Morgenstunden. Irgendwann konnte ich diese abartigen Menschen und den ständigen Druck nicht mehr ertragen und setzte mich immer öfter zur Wehr.
Harte „Erziehungsmaßnahmen“ waren das Resultat für mein Verhalten. In bestimmten Situationen wusste ich weder ein noch aus und fing an, nach ihnen zu „schnappen“, damit sie endlich damit aufhörten.
Einen Teil meines Lebens verbrachte ich daraufhin in einer Transportbox. Mein damaliger „Herr“ holte mich täglich um 17.00 Uhr aus dieser raus und ging eine halbe Stunde mit mir joggen, währenddessen ich meine Geschäfte zu erledigen hatte. Danach musste ich wieder in meine Box und darin bis zum nächsten Tag verweilen. Irgendwann musste er für längere Zeit „umziehen“ und suchte wieder einen neuen „Herren“ für mich. Die Pflegerinnen hier sagen dazu „Knast“? Doch auch mein neuer „Herr“ musste bald „umziehen“ und gab mich schließlich im Tierheim ab.
Jetzt ging mein Leben endlich bergauf ! Kritisch wie ich anfangs war, begegneten mir die Pflegerinnen mit gaaanz viel Respekt. Kein Zwang, kein Druck oder sonst irgendein abartiges menschliches Verhalten, wie ich es kannte. Mehrmals täglich darf ich in einen großen Garten, Gassi gehen, feines Fressen, Streicheleinheiten, spielen, und selbst meine Schlafdecke wird mehrmals täglich zurecht gefaltet, was ich immer besonders aufmerksam finde.
Ja, so nach und nach habe ich mich hier mit allen angefreundet, und alle haben mir meine Zeit dazu gelassen. Sogar eine nette Staffordshire – Hündin lebt mit mir im Zwinger. Wir zwei toben den ganzen Tag umher.
Endlich kann ich leben ! Doch irgendwas fehlt. Meine Hundekumpels sehnen sich alle nach einem Zuhause. Was ist das ? Es fehlt mir was, doch ich weiß nicht was.
Ich sitze dann eben traurig auf meiner zurecht gefalteten Decke und warte, bis wieder eine der Pflegerinnen kommt.
Sie sagen, ich hätte kaum eine Chance, vermittelt zu werden, weil ich an den Besuchszeiten die Leute nicht mag, ich so groß und kräftig bin, keine Katzen mag, keine anderen Rüden dulde und nicht zu Kindern vermittelt werden kann.
Ja, ich mag keine Katzen, und von einem anderen Rüden lasse ich mir den Platz nicht streitig machen, schließlich bin ich ein großer imposanter Schäferhundrüde.
Die meisten Menschen mustern mich zu den Besuchszeiten und starren mich an. Sie erinnern mich an viele Dinge meiner Vergangenheit. Manche davon auch an meine „Herren“.
Nein, so wie damals möchte ich nicht mehr leben !!!

Unser Lenny hatte ein starkes Herzleiden und wir mussten ihn schweren Herzens erlösen.
Wir alle werden ihn sehr vermissen, da er mittlerweile einfach ein Mitglied der Tierheim-Familie war.

Liebe Senta, kleine Maus,

leider bist du von uns gegangen und der Schmerz sitzt tief. Wir haben sehr viel gemeinsam durchgemacht. Wir waren viel im Urlaub und unterwegs. Es gab gute und schlechte Tage.

Ich weiß noch am ersten Tag ,als ich im Tierheim war und mich für einen Patenhund interessiert habe, wurden mir drei Hunde gezeigt. Bei zwei Hunden hieß es: „Die mögen keine Männer“. Als wir bei dir angekommen sind, saßt du gemeinsam mit dem Sammy draußen. Ich habe gefragt: „Und was ist mir ihr?“ Die Antwort: „Senta mag von gar keinem angefasst werden. Das macht keinen Unterschied ob Männlich oder Weiblich.“ Aber du hast mich so süß mit den Augen angeschaut, da hab ich mir gedacht: Ach was soll’s 🙂 Und so wurde ich deine Patentante. Ich bin regelmäßig zu dir gekommen um mit dir Gassi zu gehen. Weißt du noch wie man am Anfang bei dir versucht hat dein Halsband und die Leine drum zu machen? Du warst da ganz schön sauer. Beim ersten Gassi gehen bist du jedes Mal vor unseren Füßen gelaufen weil du umdrehen wolltest. Du warst halt richtig clever. Nach den ersten Monaten hast du dich dann richtig gefreut mich zu sehen und bist auf mich zu gerannt gekommen. Ich hab mich jedes Mal gefreut. Dann kam der große Durchbruch. Ich habe mir einen langen Stock gesucht und dir damit immer über den Rücken gestreichelt um zu schauen ob du schnappst oder nicht. Als du nicht reagiert hast, habe ich mir gedacht: „Augen zu und durch“. Und siehe da, ich konnte dich anfassen. Eine Weile später haben wir dann zusammen im Garten im Tierheim gespielt, rumgealbert und ich hab dir sogar spielerisch ins Maul fassen können. Das hat sogar die Mitarbeiter erstaunt. Weißt du noch als du dann immer mit in den Urlaub gefahren bist? Du hast selbst unsere Familien überzeugt, das nicht alle Hunde stürmisch und böse sind 🙂 In unserer alten Wohnung hast du immer die Treppe bewacht, saßt mit in der Küche und hast Herrchen beim Kochen zugesehen (klar, da gab es ja immer den einen oder anderen Happen, wenn man brav Sitz gemacht hat) und du hast dir am ersten Tag die Couch reserviert. Die du leider aufgeben musstest, weil du dein Herrchen gezwackt hast. Aber war nicht weiter schlimm, du hattest dann deinen Platz neben den Meerschweinchen. Ich weiß noch wie du dich dann immer gekonnt vor den Fernseher gesetzt hast, wenn wir gegessen haben in der Hoffnung das du auch was bekommst :).

Dann hast du unseren Vermieter überzeugt, als wir uns eine neue Wohnung ausgesucht hatten und dann bist du ja nach einem Jahr Patenschaft, Ostern, bei uns eingezogen. In der Nacht hast du mit Herrchen um die Wette geschnarcht. Wenn er geschnarcht hat, hast du Luft geholt und wenn du geschnarcht hat, er. Das war dann für Frauchen ein Dauerschnarchen. Und jedes Mal wenn du aufgestanden bist, hat man das typische „Klak, Klak“ von deinen Pfoten gehört. Wir waren immer viel Wandern, haben lange Ausflüge gemacht und in der Wohnung rumgealbert. Die Erziehung habe ja meistens ich übernommen während du mit deinem Herrchen gespielt und gekuschelt hast. Und von ihm konnte man ja immer so toll Futter erbetteln. Einfach ein bisschen lieb geguckt und schon kam was vom Tisch 🙂 Auch wenn Frauchen das gar nicht toll fand. Weißt du noch als dein Herrchen sich erschrocken hat, als er einmal nach Hause kam und du mit kurz geschorenem Fell vor ihm standst? Er dachte es wäre ein neuer Hund, er hat dich gar nicht gleich erkannt. Ich hatte ja eine Allergie wegen deinem langen Fell bekommen. Und da war der Hundefriseur die einfachste Lösung, auch wenn du mich dafür wahrscheinlich gehasst hast.

Wenn der Postbote mit deinem Futter kam hast du ihn kräftigst angeknurrt oder auch mal gebellt 🙂 Wenn jemand Fremdes in der Wohnung war hast du ihn ebenfalls angeknurrt. Du warst halt einfach unser kleiner Wachhund. Katzen konntest du sehr gut leiden, ist ja verständlich die sind immer vor dir weggerannt, damit du ihnen hinterher springen konntest 🙂 Weißt du noch wie wir morgens immer zusammen auf die Wiese gerannt sind? Und wenn wir dann Fange gespielt haben bist du immer wie eine Angestochene los gerannt. Zu Hause hast du dich immer hingelegt und hast geschlafen, oder du bist zu uns gekommen um gestreichelt zu werden. Du bist so verschmust und anhänglich geworden, das hätte niemand gedacht. Ich konnte dich ohne Leine überall laufen lassen, du bist einfach immer hinterher getrottet. Weißt du noch wie die Leute zu uns kamen und meinten: „Och, ist die süß. Und was für eine Liebe“. Dann wollten die dich immer anfassen und Frauchen und Herrchen mussten aufpassen das keine Finger in deinem Maul verschwanden. Am Ende hast du dich sogar von einigen Frauen anfassen lassen. Aber weißt du noch was für eine Angst du vor anderen Hunden hattest? Da hast du dich immer Schutz suchend hinter uns versteckt. Und wir mussten dich verteidigen 🙂 Aber wir haben dich sehr lieb. Wenn Herrchen mal eine lange Zeit weg war und er nach Hause gekommen ist, dann gab es für dich nichts Schöneres. Da hast du nur auf ihn gehört, hast dein Futter ordentlich gefressen und bist ihm überall hin gefolgt. Und jedes Mal wenn er gegangen ist, warst du traurig und hast erst nach Tagen dich beruhigt. Da konnte Frauchen sich noch so sehr bemühen. Und wenn Frauchen weg war, war es genauso schlimm. Ich weiß noch wie Herrchen dann immer am Telefon meinte: „Die hat mal wieder gar nicht gehört“ 🙂 Und dann haben wir den Lautsprecher angemacht und haben so „geredet“. Du warst auch immer auf unserer Seite. Im Urlaub, wo wir uns so über den Vermieter aufgeregt haben, hast du einfach einen riesen Haufen vor die Rezeption gesetzt, bevor wir gefahren sind. Und das hast du immer im passenden Moment gemacht 🙂 Du sahst so goldig aus, wenn du deinen riesigen Knochen von Matze bekommen hast du ihn ganz vorsichtig in dein Körbchen geschleppt hast um ihn dort zu zerkleinern. Leckerlies hast du auch immer ganz vorsichtig aus unserer Hand genommen und du hast sie super gerne in deinem Körbchen gesucht 🙂 Im Winter mochtest du es gar nicht Gassi zu gehen. Da hast du die Routen immer wieder abgekürzt und Frauchen hat sich jedes Mal grün und blau geärgert 🙂 Im nächsten Moment bist du dann aber immer mit deinem ganzen Kopf durch den Schnee gerobbt. Im Sommer hast du dich bei uns zu Hause immer auf den Rasen gelegt, die Sonnenstrahlen genossen und bist mit dem Kopf durch den Rasen gerobbt. Du sahst einfach nur süß aus und warst der liebste Hund überhaubt.

Süße, die Zeiten mit dir waren einmalig und wir werden sie nie vergessen.

Leider warst du oft krank. Am Anfang war es laufend Durchfall, bis wir herausgefunden haben, welches Futter du gut verträgst. Dann hattest du mit dem Kreislauf Probleme bekommen, das hatte sich dann auch wieder geleget. Und dann kam leider die Zeit in der es rapide mit dir Bergab ging. Das war die schlimmste Zeit überhaupt. Du konntest dich kaum noch auf den Beinen halten. Hast keine Lust mehr auf Gassi gehen gehabt, Knubbel haben sich gebildet und dann hast du angefangen alles auszuspucken was du getrunken oder gefressen hast. Nach der ersten Infusion habe ich dich noch mit Babybrei und Löffel gefüttert. Das sah so süß aus wie du den Löffel abgeschleckt hast. Leider hat es alles nichts mehr geholfen. Du hattest hohes Fieber und alle Spritzen die deinen Magen oder Darm frei machen sollten haben nicht geholfen. Es war sehr schlimm als du am Sonntag, am 12.12.2010 am letzten Tag aufstehen wolltest und wir dich kaum auf die Beine bekommen haben. Du bist nach draußen gegangen und ziellos umher gewandert. Wir haben dich wieder rein getragen. Dann wolltest du nochmal aufstehen und dann bist du in Wohnzimmer gegangen und hast dich zwischen Fernseher und Couch gezwängt. Dann bist du umgekippt. An deinem Blick haben wir gesehen das du nicht mehr kannst. Am Morgen hattest du noch eine Infusion bekommen. Es hat alles nicht mehr geholfen. Wir sind zum Tierarzt gefahren und du bist in unseren Armen eingeschlafen. Wir lieben dich Senta und du wirst immer in unserem Herzen sein und irgendwann sehen wir uns wieder. Die Zeit ohne dich ist hart und wir denken oft an dich, wenn wir irgendwo sind wo du mit warst oder wenn die Roxy irgendetwas macht.

Wir hoffen das du jetzt ohne Schmerzen wieder wie früher herum tollst und glücklich bist und das du bei uns eine schöne Zeit hattest. Wir werden dich nie vergessen. Du bist immer etwas Besonderes für uns.

In ewiger Liebe

deine Karin und dein Matze

Leo

Juli 2012 127

Der deutsche Schäferhundrüde Leo ist bald schon zwei Jahre im Tierheim. Er wurde damals wegen schlechter Haltung beschlagnahmt. Dabei handelte es sich um eine Haltung von acht Schäferhunden, welche anfangs alle zusammen in einem dunklen, dreckigen Schuppen gehalten wurden. Die Tiere bekamen wohl kaum Futter und Wasser. Durch den entstandenen Futterneid kam es natürlich dazu, dass nur die Stärksten ausreichend Futter bekamen. Leo war wohl einer der Schwächsten. Er war nämlich am stärksten abgemagert, und es wurden ihm ganze Stücke an Ohren und Schnauze rausgebissen. Dem Halter wurde die Auflage erteilt, die Tiere zu trennen. Nun vegetierten sie in kleinen, dunklen Einzelverschlägen, die in den Schuppen eingebaut wurden. Endlich folgte die Beschlagnahmung der Hunde durch die Behörden, und sie wurden in verschiedenen Tierheimen untergebracht. Leo landete bei uns und zeigte erstaunlicherweise ein sehr gutes Verhalten, trotz des Erlebten. Er begegnet allen Personen sehr freundlich und hat inzwischen auch wieder ein sehr gutes Sozialverhalten zu seinen Artgenossen erlernt. Viele Dinge waren ihm fremd, doch dies hat sich im Laufe der Zeit auch gebessert. Er läuft prima an der Leine und ist ein Liebling bei unseren jungen Praktikanten. Leo ist inzwischen sechs Jahre alt und hat durch die vorherige schlechte Haltung ein Handicap. Der dauerhafte Ernährungsmangel, vermutlich von Welpenalter an, schädigte den Knochenaufbau enorm und ist beim Schäferhund bekannterweise meist in Begleitung einer Hüftdysplasie. Er wird bei uns circa alle zwölf Wochen mit Eigenbluttherapie gegen Arthrose behandelt, welche ihm sehr gut tut. Leo ist trotzdem noch fit und verspielt und kann bei längeren Spaziergängen noch einwandfrei mithalten. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich im Laufe der Jahre die Erkrankung verschlimmert. Viele Treppen sollten vermieden werden, es sei denn, man ist bereit,  den Hund dabei mit einem Tragegurt zu stützen. Leo kann vielleicht keine vierzehn Jahre alt werden, aber haben denn nicht die meisten größeren Hunde mit Problemen der Gelnke im Alter zu kämpfen wie wir Menschen auch? Leo wäre dankbar für ihr Verständnis! Der Hübsche hat keinen typischen Schäferhund – Charakter, welcher von vielen Menschen so gefürchtet wird. Der kleine Schäferhund ist ruhig, lieb, verschmust und kein arbeitswilliger, temperamentvoller Riese. Er ist kastriert und könnte auch als Zweithund und / oder an eine Familie mit eventuell älteren Kindern ohne Katzen vermittelt werden.

Wer gibt dem armen Leo endlich eine Chance ???

Leider mussten wir uns von Leo verabschieden. Er bekam ein schweres Krebsleiden, so dass wir ihn erlösen mussten. Wir alle vermissen ihn sehr 🙁

In Gedenken an

Diese Kategorie dient dazu, den über die Regenbogenbrücke gewanderten Tierheimbewohnern zu gedenken.

Mitgliedschaften

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Baden-Württemberg