Unser neuer Tierhilfewagen

Am Montag, den 25.02.2019 übergab die Tierheimberaterin an der Tierschutzakademie in Neubiberg (bei München) des Deutschen Tierschutzbundes unserem Verein bzw. unserem Tierheim einen neuen Tierhilfswagen. Der Opel Combo ist mit auffälligen Motiven bedruckt: auf der einen Seite mit dem Motiv von FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, auf der anderen Seite mit einem Katzenmotiv mit Spendenaufruf.

Frau Dr. Pasche überbrachte die Grüße von Thomas Schneider, dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes. Das Engagement des Tierschutzvereins Zollernalbkreis e.V. sei für den praktischen Tierschutz vor Ort unverzichtbar und sein Tierheim ist eine wichtige lokale Stütze für den Dachverband. Frau Dr. Pasche bedauerte die allgemein häufig völlig unzureichende kommunale Unterstützung der Tierheime, weshalb der Deutsche Tierschutzbund sein Möglichstes tue, seinen Mitgliedsvereine vor Ort zu helfen. Sie äußerte die Überzeugung, dass der Tierhilfswagen die wichtige Arbeit des Vereins zukünftig etwas erleichtern wird.

Auch Dr. Günter Wiebusch, Vorsitzender  des Tierschutzvereins Zollernalbkreis streifte die unzureichende kommunale Unterstützung eines Tierheims, in welchem bis zu 70% der anfallenden Aufgaben eigentlich kommunale Pflichtaufgaben sind. Zwar erhalte man über eine vertragliche Regelung eine (Teil-) Erstattung erbrachter Dienstleistungen im Fundtierbereich, doch eine Bezuschussung des kostenaufwändigen allgemeinen Tierheimbetriebs ist noch nie erfolgt. Auch ein für das Jahr 2019 dankenswerterweise genehmigter Baukostenzuschuss in Höhe von 50.000 € durch den Kreistag ändere nichts an den strukturellen Problemen eines Tierheimbetriebs in einem Landkreis, in welchem Ämter und Polizei eher selektiven Geschäftsmodellen am Rande des Tierschutzes zuarbeiten, als die umfassende Arbeit des Tierheims zu unterstützen.

Im Namen des Vereins, des Tierheimteams und seinen Helferinnen und Helfern und besonders auch im Namen der Tiere bedankte sich Dr. Wiebusch bei Frau Dr. Pasche für die großzügige Spende in Form des Tierschutzfahrzeugs, welches zukünftig sicher häufig zum Einsatz kommen werde – egal ob zur Tierrettung, für Fahrten zum Tierarzt, für Transporte von Futter und allem anderem, was tagtäglich benötigt wird.

Auch für die zusätzliche Unterstützung in Form eines Gutscheins für ein Fahrsicherungstraining sowie – gespendet vom Futtermittelhersteller Mars Petcare – eine Palette Tierfutter für das Tierheim, bedankte sich der Vereinsvorsitzende.

 

Immer häufiger erreichen uns Anrufe wegen verletzten oder erkrankten Fundtieren, oder die Tiere werden direkt zu uns in das Tierheim gebracht. Doch in unserem Tierheim ist keine ständig besetzte Tierarztpraxis, um solche Fälle zeitnah und damit tierschutzgerecht versorgen zu können. Unser Tierarztraum ist zudem nicht im Ansatz so eingerichtet, dass dort umfangreichere chirurgische Notmaßnahmen durchgeführt werden können. Er dient der tierärztlichen Betreuung unserer Heiminsassen. Im Falle der Fundtieraufnahme kann dort zeitnah, aber nicht unmittelbar, eine tierärztliche Grundversorgung durchgeführt werden.

Die tierärztliche Grundversorgung besteht in der Regel aus einer gründlichen Untersuchung des Tieres, sowie Maßnahmen, welche aus insbesondere seuchenhygienischen Gründen notwendig sind, z.B. Impfungen und antiparasitäre Behandlungen. Zur tierärztlichen Grundversorgung gehört ausdrücklich nicht die gegebenenfalls notwendige tierärztliche Erstversorgung verunfallter oder verletzter Tiere.

Die Erstversorgung umfasst die Notversorgung erkrankter oder verunfallter Fundtiere, die zur (sinnvollen) Erhaltung des Lebens des Tieres und zur Minderung vermeidbarer Schmerzen notwendig ist. Die Erstversorgung gehört zu den Pflichten eines tierärztlichen Notdienstes. Sie kann in der Regel nicht Aufgabe des Tierheims sein*

*aus dem Fundtierkostenpauschalvertrag zwischen dem Landkreis und unserem Verein

Sie vermeiden viel unnötiges Leid, wenn Sie sich deshalb im Falle verletzter Fundtiere an die einzig berufenen Stellen, nämlich die Tierarztpraxen, wenden. Diese haben Anspruch darauf, ihre Erstversorgungsmaßnahmen der jeweiligen Fundgemeinde gegenüber geltend zu machen. Dabei sind dringend notwendige Maßnahmen durchzuführen. Andererseits ist aber auch auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel ebenso zu achten, wie auf die jeweiligen Umstände.

Im Fall verunfallter herrenloser (Wild)Tiere liegt nämlich eine andere Situation vor. Hier kann das Jagdrecht ebenso greifen wie das Naturschutzgesetz. Allein schon die Problematik der Nachversorgung eines Wildtieres kann hier engere Grenzen setzen, ebenso die Unmöglichkeit, zukünftig noch ein artgerechtes Leben zu führen.

Im Folgenden drei aktuelle (von zahlreichen) Beispielen:

Bild 1: Katze mit umfangreicher Hornhautverletzung des Auges, in TA-Praxis nicht notversorgt, bei uns in Behandlung

Bild 2: Katze mit Beckenbruch, großer Wunde, umfangreichem Gewebsverlust, in TA-Praxis gut notversorgt und bei uns mehrfach nachoperiert: geheilt, vermittelt.

Bild 3: herrenlose Katze mit ausgedehntem Gewebsverlust im Tarsalbereich mit Offenlegung der Sehnen und Unmöglichkeit des Wundverschlusses. In Klinik zuvor vergeblich aufwändig operiert. Ausheilversuch würde bedeuten über Monate alle 2 Tage Verbandswechsel unter Vollnarkose, da Tier nicht handelbar: Euthanasie!

Da der Zaun unserer weiträumigen Freiausläufe, dort, wo er noch aus Maschendraht besteht, von Hunden nicht nur ramponiert, sondern zum Teil auch untergraben worden ist, mussten weitere Teilbereiche saniert werden.

Nachdem der Kreistagsausschuss uns einen Baukostenzuschuss genehmigt hatte, ist es uns gelungen, noch in das bis zum 15. Oktober verlängerte Landesförderungsprogramm für Tierheime zu kommen. Nach hektischen Wochen lag uns dann noch vor der endgültigen Bewilligung die Erlaubnis zum „förderungsunschädlichen Maßnahmenbeginn“ vor. 

Am 05. November konnte so unser Wolfgang Hafke mit den Vorbereitungen beginnen und noch in derselben Woche war die Zaunerneuerung abgeschlossen. Auf einer zusätzlichen Länge von ca. 65 m ist unser Freiauslaufbereich nunmehr stabil abgesichert. Durch seine Eigenleistungen konnten Wolfgang Hafke und sein Helfer die Kosten um ca. 4.000 € senken. Ein weiterer Beleg dafür, dass bei uns Fördermittel und Spenden effektiv verwendet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in diesem Jahr wurden dem Finanzausschuß des Kreistages die Zahlen bezüglich der Aufnahme von Fundtieren in unserem Tierheim unterbreitet.

Seit 2010 erhält der Tierschutzverein eine jährliche Pauschale für die Übernahme dieser öffentlichen Aufgabe. Es handelt sich hierbei aber nicht, wie immer wieder fälschlich angenommen wird, um einen Zuschuss oder um „Fördergelder“, sondern um die Begleichung erbrachter Dienstleistungen. Der Kreistagsausschuß, welcher hierbei ja über Steuergelder verfügt, möchte natürlich  Rechenschaft erhalten über die ordnungsgemäße Verwendung dieser Mittel. So erstellt unser Tierheimteam alljährlich ausführliche Statistiken, etwa über die Gesamtzahl aufgenommener Fundtiere, über die durchschnittliche Verweildauer im Tierheim und über die Verteilung auf die Städte und Gemeinden des Landkreises. Anhand von Befragungen  des Deutschen Tierschutzbund seiner von ihm betreuten Tierheime, wurde bereits vor vielen Jahren der Rahmen für einheitliche Durchschnittstagessätze ermittelt, welche auch von unabhängigen Fachbüros überprüft und bestätigt wurden. So können wir nachvollziehbare Zahlen vorlegen. Sie müssen mit einer eingeräumten Spanne nach unten und nach oben, der zur Zeit gültigen Pauschalsumme von 75.000 € entsprechen, was bisher auch noch immer der Fall war.

Zusätzlich hatten wir dieses Jahr erneut die Möglichkeit, den Ausschuß über uns und unsere Arbeit zu informieren. War der Bericht im vorigen Jahr stark getrübt durch den unverschuldeten und völlig unerwarteten Personalengpass im Tierheim, mit allen  Problemen, die sich daraus ergaben, so konnte unser Vorsitzender diesmal fast nur Positives vortragen. Die personelle Situation hat sich wieder gebessert, auch weil eine Mitarbeiterin aus der Elternzeit zurückgekehrt ist, und weil es dem Verein gelungen ist, erstmals eine gelernte Tierheimtierpflegerin einzustellen. Zwar ist der ursprüngliche Personalbestand noch nicht erreicht, aber über die Besetzung mehrere 450 €-Stellen mit bewährten ehrenamtlichen Helferinnen konnte die Situation nach schwierigen Monaten entspannt werden. Zusätzlich schließt die Kooperation mit der Tierrettung Zollernalb der Familie Mandler aus Schömberg eine ebenfalls durch die Personalsituation entstandene Lücke bei der Verbringung von Fundtieren in unser Tierheim. Dies war zum größten Problem geworden, nachdem die Polizei im Zollernalbkreis sich nicht mehr in der Lage sah, Fundtiere in unser Tierheim zu verbringen, wir aber kein Personal hatten, um die Tiere zu holen.

Nach einer kurzen Vorstellung des Tierschutzvereins allgemein, konnten die Ausschußmitglieder über entsprechende Folien einen Eindruck davon bekommen, wie sich das Tierheim seit 1981 entwickelt hat, und welchen Standart es im Jahr 2018, versehen mit dem Gütesiegel: Qualitätstierheim nach den Regeln des Deutschen Tierschutzbundes erreicht hat. Einzig die Diskrepanz der finanziellen Unterstützung durch die öffentliche Hand, welche wir über einen landesweiten Vergleich mit anderen Tierheimen veranschaulichen konnten, musste von unserer Seite als Negativpunkt vorgetragen werden. Aus den Reihen der Mitglieder des Ausschusses sowie von der Landkreisverwaltung durfte unser Tierheim  Lob und Anerkennung entgegennehmen.

Im zweiten Teil ging es um die Gewährung eines zweckgebundenen Zuschusses für im Tierheim anstehende dringende Maßnahmen, die noch vor Wintereinbruch erledigt werden müssen. Da der Tierschutzverein hierzu die Verlängerung der Mittelbewilligung durch das Land Baden-Württemberg für Baumaßnahmen an Tierheimen nutzen möchte, benötigt er einen 30% Anteil  durch die kommunale Seite. Nach fundierter und durchaus kritischer Diskussion, bei welcher wichtige Fragen gestellt und von unserer Seite sowie der Verwaltung beantwortet wurden, stimmte der Ausschuß einstimmig zu, dem Tierheim unter Haushaltsvorbehalt (das bedeutet der Kreistag muss dem bei der Diskussion und Verabschiedung des Kreishaushaltes noch zustimmen) eine Zuschuss in Höhe von 50.000 € zu gewähren.

Der Tierschutzverein bedankt sich bei der Kreisverwaltung und den Mitgliedern des Finanzausschusses für die freundliche Aufnahme, die offene Diskussion und den Beschluss zum Bauzuschuss.

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