Dem Tierheim werden immer wieder „private Einrichtungen“ gegenübergestellt. Ist das Tierheim denn eine staatliche oder kommunale Einrichtung?

Nein, natürlich nicht. Das Tierheim wird ausschließlich vom Tierschutzverein Zollernalbkreis e.V. betrieben, einem gemeinnützigen Verein, ist also selbst eine rein privat Einrichtung.

Auch oft zu hören: Das Tierheim wird doch von den Städten, dem Kreis, dem Land, dem Staat bezahlt.

Das Tierheim erhält keinerlei finanzielle Unterstützung von irgendeiner der genannten Stellen, nicht einen Euro. Es finanziert sich ausschließlich über eigene Vereinsmittel d.h. Mitgliedsbeiträge, Spenden, Nachlässe, sonstige Zuwendungen und eigene Aktionen. Ein jährlicher Kraftakt für alle aktiv Beteiligten und eine herausragende Leistung in ganz Baden-Württemberg!

Bedeutet das, dass die Kommunen des Zollernalbkreises das Tierheim finanziell nicht unterstützen?

Beim Bau des Verwaltungstraktes mit dem Hundehaus in den Jahren 1983/84 konnte der Verein über das Landratsamt eine Baukostenbeteiligung des Kreises und der meisten Kreisgemeinden von 1 DM/Einwohner aushandeln. Das waren über 40 % der tatsächlichen Baukosten und eine wirklich großzügige Hilfe. Doch nach diesem erfreulichen und hoffnungsvollen Start war es vorbei mit der finanziellen Unterstützung. Zum Betrieb, Unterhalt, Sanierung, Erweiterungen, Neubaumaßnahmen, beläuft sich die Unterstützung sämtlicher Gemeinden des Zollernalbkreises in den 33 Jahren seit 1984 zusammengenommen im Prinzip auf 0,00 €. Eine solche eklatante Mißachtung der Arbeit eines vergleichbaren Tierheims ist nirgendwo sonst im Land anzutreffen.

Aber der Tierschutzverein erhält über die Fundtierkostenpauschale doch einen satten „Zuschuß“ durch die Kreisgemeinden.

Das Tierheim muss jedes Jahr eine Berechnung der reinen Unkosten für die Aufnahme von Fundtieren vorlegen. Nur diese Unkosten sollen über die Pauschale abgedeckt werden, kein Euro mehr. Wenn eine Gemeinde einem Reinigungsunternehmen für öffentliche Gebäude ausschließlich dessen reine Unkosten erstattet, treibt sie das Unternehmen so nicht nur in den Ruin, sie würde sicher nicht auch noch davon reden, ihm einen „Zuschuss“ gegeben zu haben.

Wie sieht das denn im Vergleich mit anderen Tierheimen im Land aus?

Die Fundtierkostenpauschale im Zollernalbkreis beläuft sich seit der Erhöhung im Jahre 2016 auf jährlich 75.000 €, das sind 40 Cent/Einwohner. Der Zollernalbkreis liegt damit am untersten Ende des landesweiten Rankings. Und selbst diese Vereinbarung wird immer wieder in Frage gestellt, zumindest widerspricht niemand im zuständigen Kreisgremium den ständigen Attacken einer Person.

Das vergleichbare Tierheim in Tübingen erhält laut Pressebericht insgesamt 180.000 €, das Tierheim in Reutlingen erhielt bereits Ende der 90er Jahre 85 Cent/Einwohner, jährlich steigend, Stuttgart bezahlt 75 Cent/Einwohner, Ulm 1 €, Biberach 80 Cent, Böblingen erhielt bis zur Trennung insgesamt 270.000 €, etliche weitere Tierheime bekommen ebenfalls rund 1 €, Wiesloch, wo sechs Kommunen das Tierheim auf eigene Kosten gebaut haben (!), sogar 1,50 €.  Aktuell hat auch die Stadt Schiltach einen Antrag des Tierheimes Schramberg auf 1,50 €  als „angemessen“ bezeichnet. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass ein Tierheim unter 1 € kaum noch überlebensfähig ist.

Was machen andere Tierheime mit dem überschüssigen Geld?

Es gibt keinen Überschuß. Tierheime erbringen weit mehr Leistungen zugunsten der Gemeinden als die Aufnahme von Fundtieren, auch unseres. Nur ein Beispiel: Wir haben in unserem Tierheim zur Zeit acht nicht mehr vermittelbare Hunde, die über öffentliche Beschlagnahmungen von Kommunen zu uns gebracht wurden. Sie kosten uns rechnerisch jedes Jahr 40.000 €, ohne dass wir auch nur einen Cent dafür von den eigentlich verantwortlichen Kommunen erhalten. Darüberhinaus müssen Tierheime hohe, teure Auflagen erfüllen sowie fachkundiges Personal einlernen und schulen. Und sie müssen sich angesichts der wachsenden Anforderungen weiterentwickeln können, was letztlich auch wieder den Kommunen zugute kommt. Dies ist bei uns unter den gegebenen Bedingungen kaum noch möglich.

Wie das? Sie haben doch erst mit dem Neubau eines Katzenhauses ein landesweites Vorzeigemodell in Sachen Tierschutz erstellt.

Dies war eine gute und vorausschauende Entscheidung, auch wenn sie immer wieder in Frage gestellt wird, zuletzt im Kreistagsausschuß von einem ständig auf unsere Einrichtung negativ fixierten Bürgermeister. Die Fallzahlen und insbesondere die Vermittlungszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Doch dieser Bau war nur möglich, weil wir das Glück hatten, beträchtliche Erbschaften zu bekommen. Ohne diese Vermächtnisse hätte der Verein das Katzenhaus niemals bauen können.

Aber beim Bau des Katzenhauses haben die Kommunen doch kräftig mitgeholfen!

Im Zuge eines Landesprogramms erhielt der Verein tatsächlich einen Kreiszuschuß in Höhe von 100.000 €. Dieselbe Summe wurde aber zuvor bei den Verhandlungen über die Fundtierkostenpauschale durch eine Vertragsabänderung freigesetzt. Der Verein erhielt so juristisch korrekt diesen Zuschuss, rechnerisch hat er ihn aber selbst bestritten. Also auch hier eine glatte Nullnummer seitens der Kommunen. Allenfalls ein geringgradiges Zinsaufkommen könnten die Gemeinden in die Waagschale werfen.

Der Tierschutzverein hat die nächtliche Rufbereitschaft eingestellt, weil er für die Kosten nicht aufkommen kann. Was steckt dahinter?

Die nächtliche Rufbereitschaft wurde von unserem angestellten Personal über all die Jahre ohne Bezahlung durchgeführt. Nachdem es durch massives Fehlverhalten anderer beteiligter Stellen zu unzumutbaren Situationen und Zusatzbelastungen gekommen war, war unser Personal nicht mehr bereit, sich diesem Ärger und Stress weiterhin unbezahlt auszusetzen.

Der Verein darf das aber nicht selbst bezahlen, weil dadurch eine rein öffentliche Aufgabe erfüllt wird. Die Verwendung von für gemeinnützige Aufgaben erhaltenen Mitteln (Mitgliedsbeiträge, Spenden usw.) für öffentliche Aufgaben oder zur Verringerung der Unkosten von Gemeinden würde streng betrachtet den Tatbestand der Veruntreuung von Vereinsgeldern bedeuten.

Eine entsprechende schriftliche Anfrage des Vereins mit Darstellung der Problematik und Bitte um Hilfe wurde abschlägig beschieden. Auch im Kreistagsausschuß ging niemand auf die dort nochmals offen dargelegte Situation ein.

Hätte es denn eine einfache Lösung für dieses Problem gegeben?

Selbstverständlich. Der Kreistagsausschuß hätte nur die grundsätzliche Zuständigkeit und damit auch Übernahme der Kosten seitens der Kommunen anerkennen und eine Verrechnung mit der Fundtierkostenpauschale zulassen müssen. Dadurch wäre das Problem unbürokratische gelöst gewesen. Aber nochmals, niemanden hat das interessiert. Statt eine gemeinsame Lösung zu suchen lenkten zwei Ausschußmitglieder die Diskussion sofort in Richtung Ausstieg aus der bisherigen Zusammenarbeit.

Sie erwähnten speziell eine Person im Kreistagsausschuß, welche immer wieder die Zusammenarbeit der Kommunen mit dem Tierheim in Frage  stellt, und nun als Alternative eine „tierheimähnliche Einrichtung“ ins Gespräch brachte.

Diese fundamentale ablehnende Einstellung dem Tierheim gegenüber besteht seit dem ersten Tag der Fundtierregelungt und ist sehr bedauerlich, weil sie ganz einfach rational nicht nachvollziehbar ist. Wir haben uns schon oft gefragt, was wir dieser Person gegenüber falsch gemacht haben, dass er gegen uns so negative Vorurteile hegt, finden aber keine Antwort.  Ebenso bedauerlich ist es aber, dass niemand mehr  im Kreistagsausschuß nachfragt oder gar für das Tierheim das Wort ergreift. So bleibt nur die einseitige und unsachliche Kritik einer Person im öffentlichen Raum stehen.

Die „tierheimähnliche Einrichtung“ besteht aus einer verantwortlichen Person und mehreren sog. privaten Pflegestellen, d. h. Unterbringung von Tieren in privaten Wohnungsräumen.

Sollten die Kommunen die Zusammenarbeit mit solchen „Einrichtungen“ ins Auge fassen, müssen sie sich zumindest des Risikos und der deutlich beschränkteren Möglichkeiten eines so labilen Gebildes bewußt sein. Auch die angemessene amtliche Überprüfung und Überwachung wird problematisch. Die Anforderungen an Hygiene, an Quarantäne an Arbeitsschutz, Mutterschutz, Betriebssicherheit usw. stehen darüberhinaus in keinem Verhältnis zu den Auflagen, denen ein Tierheim unterworfen ist.

Kann man denn nicht aufteilen, das Tierheim übernimmt die komplizierteren Fälle, etwa Beschlagnahmetiere, und eine „tierheimähnliche Einrichtung“ kümmert sich um die Fundtieraufnahme, Rückgabe an die Besitzer oder Weitervermittlung?

Ersteres ist enorm kostenaufwändig, bringt in der öffentlichen Wahrnehmung nichts oder nur Ärger, während der zweite Bereich sehr öffentlichkeitswirksam verkauft werden kann, wenn man Tierschutzarbeit verstärkt unter Effekhascherei betreibt. Diese Schieflage in der öffentlichen Wahrnehmung würde das Tierheim dauerhaft nicht überstehen, da es mangels jeglicher kommunaler Unterstützung ausschließlich vom Ansehen bei seinen Mitgliedern und Unterstützern abhängig ist.

Die Kommunen müssen sich schon klar entscheiden, welchen Vertragspartner sie haben wollen.

Wenn der Kreis sich in drei Jahren aber doch neu orientiert und die Fundtierkostenregelung andersweitig vergibt, bedeutet das das Ende des Tierheimes?

Mitnichten. Das Tierheim hat ja auch bis 2010 ohne eine solche Regelung existiert. Der Verein verliert zwar eine feste Einnahme, doch die nachzuweisenden Ausgaben fallen ebenfalls weg bzw. sind über Einsparpotentiale auszugleichen. Das Tierheim kann sich, befreit von der Last öffentlicher Aufgaben, anderen Tierschutzsegmenten zuwenden. Wir erleben gerade im Kreis Böblingen eine solche Entwicklung. Die negative öffentliche Wahrnehmung, die überwiegend im Zusammenhang mit der Übernahme öffentlicher Aufgaben entsteht, entfällt weitgehendst. Für das Tierheim kann dies sogar eine Wendung zum Besseren bedeuten.

Im übrigen bleibt abzuwarten, ob der Landkreis einen vollwertigen Ersatz überhaupt findet. Die Lösung aller anfallenden Probleme über private Pflegestellen ist verantwortungslose Traumtänzerei.

Besteht denn überhaupt noch ein Interesse daran, weiterhin mit den Kommunen zusammenzuarbeiten?

Grundsätzlich ja. Der Tierschutzverein hat im Jahr 2010 bewußt auf diese Form des Tierschutzes gesetzt. Der Weg war ja nicht falsch, wie gute Kooperationen in anderen Kreisen beweisen. Wenn es im Zollernalbkreis scheitern sollte, dann liegt das nicht am Tierschutzverein. In anderen Kreisen und Gemeinden werden Tierheime als positiver Standortfaktor bewertet und entsprechend unterstützt. Im Zollernalbkreis wird das leider nicht so gesehen. Die finanzielle Unterstützung durch die Kommunen ist, einmalig in Baden-Württemberg, seit 33 Jahren gleich Null! Auf dieser Grundlage ist allerdings eine weitere Zusammenarbeit unter gleichen Bedingung über das Jahr 2020 hinaus unsererseits nicht vorstellbar.

Bedeutet das, dass das Tischtuch durchschnitten ist?

Nein, natürlich nicht. Wir bleiben allen Kommunen des Kreises gegenüber gesprächsbereit. Sollte eine kreisweite Pauschalregelung ab 2020 mit uns nicht mehr erwünscht sein, gibt es zur Zeit drei Denkmodelle. Die Kommunen regeln ihre Fundtierunterbringung sowie die Unterbringung von beschlagnahmten Tieren als ihre ureigenste Aufgabe selber, die Fundtierkostenpauschalregelung wird über Unterbringungen von Fundtieren und beschlagnahmten Tieren in Privaträumen („tierheimähnliche Einrichtung“) getätigt, oder die Gemeinden treten in Einzelverhandlungen mit den unterschiedlichen Organisationen. Dabei hat der Tierschutzverein mit seinem Tierheim klare Vorstellungen, von denen er nicht mehr abrücken wird.

Wie ist eine solche mögliche Entwicklung zu beurteilen?

Übergeordnet (seuchenhygienisch, ordnungspolizeilich, organisatorisch usw.) betrachtet ein absoluter Rückschritt, im Grunde genommen eine anachronistische Entwicklung zurück zum Tierschutz längst vergangener Zeiten.

Statt gemeinsam in die Zukunft zu gehen und einen modernen, professionellen Tierschutz zu betreiben, käme es zu einer Verzettelung und Verschlechterung der Situation in Sachen öffentliche Aufgabe Tierschutz.

Beständigkeit, Betriebssicherheit und seuchenhygienische Qualitätsansprüche, gerade im Interesse der Tiere, sollten bei allen Überlegungen eine Rolle spielen, und nicht von rein emotionalen und auf der anderen Seite rein monetären Überlegungen völlig verdrängt werden.

Tierschutz ist seit 2002 eines von nur 5 Staatszielen der Bundesrepublik Deutschland. Ist es nicht so, dass sich das auch im politischen Handeln im Kreis widerspiegeln müsste?

Die Einstellung zum Tierschutz bei jeder einzelnen Person kann zumeist nicht beurteilen werden, weshalb man, von wenigen  Fällen abgesehen, auch niemandem etwas Negatives unterstellen sollte. Tierschutz ist für die Kommunen im Kreis ganz einfach ein absolutes Randproblem, eine oft belächelte, eher lästige und häufig als unnötig betrachtete Aufgabe. Schlichtweg Desinteresse ist vermutlich die zutreffenste Beschreibung.

Dies spiegelt allerdings die mehrheitliche Einstellung der Politik durch alle Gremien bis hin zum zuständigen Bundesministerium wider. In der praktischen Politik wird der Tierschutz (ähnlich wie der Naturschutz) zumeist den Interessen von Tiernützern, Lobbyisten oder wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Gerade beim Tierschutz sind Lippenbekenntnisse und Absichtserklärungen ohne konsequente Taten der Normalfall.

Was braucht der Tierschutzverein und sein Tierheim um die Situation zu ändern?

Erstens, er braucht interessierte Mitbürger/Innen, die objektiv informiert werden und auch bereit sind, sich zu informieren, Mitbürger/Innen, die nicht nur fordernd an das Tierheim herantreten, sondern die bereit sind, die dortige Arbeit mit Verständnis für die Möglichkeiten und das Machbare zu begleiten und zu unterstützen. Eine Mitgliedschaft im Verein wäre z.B. ein erster Schritt.

Er braucht Kommunalpolitiker, Ämter und Behörden, welche die Möglichkeiten des Tierheims nicht nur als billige sowie bequeme Problemlösung benützen, und fallen lassen, kaum dass man sich noch billigere Alternativen erhofft, sondern die dortige Arbeit im Stile einer fairen Partnerschaft nutzen und unterstützen.

Er braucht eine Presse, welche, wie zur Zeit beispielhaft die Hohenzollerische Zeitung, die Arbeit im Tierheim mit allen Facetten der Bevölkerung näherbringt und um Unterstützung wirbt, und nicht eine Presse, die darauf lauert „die Hände in Wunden zu legen“ (Originalzitat eines Balinger Chefredakteurs), oder die (derselbe Redakteur) Personalprobleme, entstanden durch Mutterschutz- und anschließende Elternzeiten, öffentlich als „dem Tierheim ist das Personal abhanden gekommen“ verunglimpft.

Zweitens, er braucht finanzielle Unterstützung.

Abschließend: Wie beurteilt der Tierschutzverein die zukünftige Entwicklung in Sachen Tierschutzarbeit auch oder gerade im Zollernalbkreis?

Die Probleme werden enorm zunehmen. Nur einige wenige: Schon heute sind Fälle von Animal Hoarding (krankhafte Tiersammler) auch im Zollernalbkreis keine Seltenheit mehr. Die schlagartige Unterbringung zahlreicher Tiere ist eine gewaltige Herausforderung für die öffentliche Hand. Hier kann ein gut ausgestattetes Tierheim wertvolle Hilfe liefern, weniger ein mangels öffentlicher Förderung in seiner Entwicklung ausgebremstes, und schon gar nicht private Pflegestellen.

Die Gesamtzahl der Hunde ist deutlich gestiegen und steigt weiter. Massenimporte machen die Tiere vergleichsweise billig, auch sozial weniger bemittelte Menschen haben heute oft sogar mehrere Hunde. Die Zahl notwendiger Beschlagnahmungen wird deutlich steigen. Erst recht, wenn sich die wirtschaftliche Situation einmal verschlechtern sollte. Auch die Zahl ausgesetzter Fundhunde wird dann ansteigen.

Die Zahl der streunenden, teils verwilderten Katzen wird ebenfalls zunehmen, auch wenn in unserem Tierheim, ebenso durch andere Tierschutzorganisationen, ständig Kastrationsaktionen durchgeführt werden (auch hierfür keinen Cent durch die Kommunen!).

Das „Stadttaubenproblem“ hat inzwischen, durch falsch verstandene Tierliebe“, auch schon mittlere Städte und kleinere Gemeinden erreicht.

Die Unterbringung von Exoten wird ein großes Zukunftsproblem. Mit Wasserschildkröten hat es bereits begonnen. Die einst niedlichen Tiere sind nun groß, sie müssten über Jahrzehnte weiter betreut werden. Wenn private Lösungen nicht möglich sind, sollen sie ins Tierheim oder werden gar ausgesetzt. Doch für Exoten hat unser Tierheim mangels Räumlichkeiten und Personal keine artgerechte Unterbringungsmöglichkeit.

Der Zollernalbkreis müsste eigentlich froh und dankbar sein, dass durch die rein private Initiative des Tierschutzvereins Zollernalbkreis e.V. im Kreis ein Tierheim existiert, welches bei entsprechender Unterstützung zur Lösung der anstehenden Probleme einen großen Beitrag leisten könnte. Leider wurden in drei Jahrzehnten, in denen das Tierheim keinen einzigen Euro an kommunaler Unterstützung erhalten hat, zahlreiche Chancen verpasst, für die kommenden Aufgaben besser gerüstet zu sein.

Es steht zu befürchten, dass die einzelnen Kommunen dieses Defizit an Interesse, Einsicht und Vorsorge teilweise teuer bezahlen müssen, deutlich teurer, als die angemessene Unterstützung eines Tierheimes kosten würde.

Was beim Tierschutz grundsätzlich fehlt, ist eine vernünftige, gesetzlich geregelte Prävention in nahezu allen Problembereichen. Die Arbeit aller privaten Tierschützer wird im Stile eines möglichst billigen „Feuerwehreinsatzes“ benützt, statt dass durch vernünftige, auch restriktive Regelungen und deren konsequente Überwachung dafür gesorgt wird, dass es erst gar nicht brennt.

Die Fragen beantwortete Dr. Günter Wiebusch, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Zollernalbkreis e.V.

Mitgliedschaften

Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Baden-Württemberg